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Eigentum, geistiges

29. Februar 2012 von Kai Biermann

Der Ausdruck kommt so plausibel daher, dabei ist er eine Propagandavokabel, die lediglich Assoziationen wecken soll. Denn die Idee des E.-s funktioniert bei Ideen nicht, ja sie ist sogar kontraproduktiv. E. heißen Dinge, die ihren Wert daraus beziehen, dass jemand die alleinige Herrschaft über sie ausübt. Ungenutztes Gold mag einen Wert darstellen, wenn es im Tresor liegt, weil es in diesem Moment kein anderer haben kann. Ungenutzte Ideen hingegen sind für den, der sie hat, nutzlos. Ein anderer kann sie genauso haben, beziehungsweise auf den gleichen Gedanken kommen, egal wie gut die Idee eingeschlossen ist. Wie Hoffmann von Fallersleben schon dichtete: „Die Gedanken sind frei.“ Das ist der große Nachteil von Dingen, die sich nicht anfassen lassen. Zumindest aus Sicht derer, die trotzdem gern allein über sie herrschen und Profit aus ihnen schlagen wollen. Dabei ist diese „Gedankenfreiheit“ eigentlich ein Vorteil. Denn wer eine Idee mit anderen teilt, der vervielfältigt sie zum Nutzen aller und damit auch zum eigenen. Je freier ihre Nutzung geregelt ist, desto mehr Menschen können davon profitieren. Genau darin liegt der eigentliche Gewinn solcher nichtmateriellen Güter. Wer jedoch versucht, Ideen wie E. einzusperren, beziehungsweise ihre Verbreitung zu verhindern, der enthält damit der Gesellschaft etwas vor. Und er läuft im Zweifel Gefahr, viele Menschen zu Verbrechern zu erklären und eine Zensur zu installieren. Viele also zahlen einen hohen Preis, damit einer profitiert. Genau das will der Begriff verschleiern rechtfertigen.

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muehsam sagt:

Dieser Text ist ein wunderbares Beispiel für Piratenneusprech. Meine Oma hat wenigstens noch Klartext geredet: “Künstler bekommen zuviel Geld, die sollen sich gefälligst eine richtige Arbeit suchen!”
Was hier probiert wird ist schlicht und einfach die Leistung einzelner Kreativer durch die Bank zu diskreditieren und ihnen das Verfügungsrecht über ihre Ideen abzusprechen.
Klar stehen wir auf den Schultern von Giganten und vielleicht ist auch alles gesampelt – aber so ähnlich wie bei dem Spruch “Das soll Kunst sein? Das kann ich auch!”, kommt es am Ende drauf an das man wirklich etwas macht! In einem Buch, einem Lied, einem Patent steckt nicht nur ein Gedanke – sondern auch sehr viel harte Arbeit und Herzblut um aus dem Gedanken ein Werk zu formen.
Aber um ehrlich zu sein nervt mich diese Diskussion nur noch. Es wird Zeit das ihr endlich mal versteht das die Schöpfer geistigen Eigentums nicht eure Feinde sind. Aber das die genau wie ihr Rechte haben, z.B. das Recht selbst zu bestimmen wie mit ihren Werken umgegangen wird. Ideologische Kampfschriften wie die oben sind völlig sinnlos, das entwerten kreativer Kopfarbeit bringt uns keinen Schritt vorwärts.

Michael sagt:

Schöner Versuch, der sich leider selbst ein Bein stellt:
>> Je freier ihre [Idee] Nutzung geregelt ist, desto mehr Menschen können davon profitieren<<
Das gilt sicher genauso für viele materielle Güter. Sicher ist es richtig, dass es nicht schön ist, in unserer Welt, dass es leute gibt, die mehr haben und andere, die nichts haben. Die Diskussion brauchen wir hier nicht führen, aber wo ist dieser Zustand weniger diskutierbar, als bei Ideen? Es gibt nun mal Menschen, die haben gute Ideen, und welche die haben weniger. Es gibt Menschen, die verdienen mit ihren Ideen ihren Lebensunterhalt. Genauer gesagt, sind es selten ihre Ideen, sondern die gekonnte Umsetzung dieser Ideen in ein Format. Dazu brauchen sie know how und/oder talent. Für das ergebnis bewundern wir sie oft. Dumm ist allerdings, dass andere nun daher kommen und solche Menschen quasi enteignen indem sie die Verwertungsrechte vom Urheber unter zumeist monopolartigen Bedingungen “erwerben”. Meines Erachtens liegt das problem nicht im Begriff, sondern in der unlogischen kompletten Trennung von Urheberschaft und Verwertungsrecht.

Marc sagt:

Der obige Text ist zwar inhaltlich richtig, aber auf einem sehr abgehobenen philosophischen Niveau.
Denn aktuell geht es ja nicht darum, dass Einzelne ihre geistigen Errungenschaften der Allgemeinheit vorenthalen wollen, sondern darum, dass sie für ihre Arbeit entsprechend entlohnt werden wollen.

Ein Beispiel: Wenn Herr Cameron das Drehbuch zu “Avatar” schreibt und dann den Film dazu dreht, dann möchten er und sein Filmstudio doch auch (zu Recht) die Rechte an ihrer geistigen Schöpfung haben und damit (zu Recht) Geld verdienen können.
Wenn Herr Cameron allerdings das Drehbuch schreibt und in seinen Safe legt und nichts weiter tut und jemand anders eine ähnliche Idee hat und einen Film dazu dreht, dann hat Herr Cameron halt Pech gehabt. Er hat seine Idee nicht genutzt und jemand anderes ist im zuvor gekommen. Er kann sich zwar damit trösten, dass er die Idee zuerst gehabt hat, aber der Film ist nicht sein geistiges Eigentum und die Einnahmen auch nicht seine.

Geistiges Eigentum gibt es nur dann, wenn es auch veröffentlich wird. Das ist analog zu den Patenten, die (zumindest in Europa) nur dann gelten, wenn sie auch tatsächlich benutzt werden.

Der obige Text macht in der Praxis nur dann Sinn, wenn wir an die Ländergrenzen denken. Warum sollte dieser Film, diese Serie, dieses Lied nur in den USA angeboten werden und nicht auch in Deutschland?

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